Zum Tod von Gerd Voogd


Gerd Voogd (1950 – 2019)

Mit großer Trauer mussten wir erfahren, dass Gerd Voogd, der uns fast vierzig Jahre lang Kollege, Weggefährte und Freund bei FORBIT war, völlig überraschend am 31. Juli 2019 auf einer Urlaubsreise in Kanada verstorben ist.

Im Jahr 1981 tauschte Gerd seine bis dahin erfolgreiche Karriere in der IT-Industrie gegen die Mitarbeit bei dem damals neu gegründeten und noch völlig unbekannten FORBIT e. V. ein. Von Anfang an prägte seine Vision von einer naturwissenschaftlich-technischen Arbeit, die sich in den Dienst der Betroffenen stellt, ganz wesentlich die inhaltlichen Angebote von FORBIT mit. Sein Ideal von einer solidarischen Gesellschaft, die von Respekt und Verantwortung geprägt ist, war ihm immer Maßstab seines eigenen Handelns.
In seiner langen Zeit bei FORBIT hat Gerd die enormen Entwicklungen der Technik und ihrer Einsatzweise immer wieder auf ihre Auswirkungen für die Betroffenen und auf ihre Gestaltungsmöglichkeiten hin abgeklopft. Die von ihm betreuten Arbeitnehmervertretungen schätzten seine hohe Sachkenntnis, die Klarheit, mit der er sich für ihre Interessen einsetzte, und die Fähigkeit, in Verhandlungen auch Managementvertreter zu überzeugen.
In schwierigen Phasen der FORBIT-Geschichte war es immer wieder Gerd, der mit Geduld, Augenmaß und großem persönlichen Einsatz die innere und äußere Weiterentwicklung sicherte und prägte. Wir haben ihn als einen Kollegen und Freund geschätzt, der immer bereit war, sehr engagiert Verantwortung zu übernehmen und auch für seine Überzeugungen zu streiten. Zugleich war er auch immer bereit, andere Menschen mit ihren Meinungen und Lebensentwürfen zu respektieren, und mit seiner Warmherzigkeit und Zugewandtheit gelang es ihm oft, pragmatische Lösungen für Probleme und Meinungsverschiedenheiten zu finden. Damit hat er ganz wesentlich zum Zusammenhalt von FORBIT beigetragen.
Neben seiner Tätigkeit in der Beratung von Arbeitnehmervertretungen hat sich Gerd immer auch ehrenamtlich für seine Vision engagiert, so als Mitherausgeber der Zeitschrift „Wechselwirkung“, durch seine Mitarbeit in der Arbeitsgruppe Datenschutz der SAP-nahen DSAG oder in seinen letzten Jahren durch ein Videoprojekt zu den Auswirkungen der künstlichen Intelligenz.
Ausgleich für seine Tätigkeit als Berater suchte Gerd bei ausgedehnten Kanutouren durch die kanadische Wildnis. Nach seinem Abschied in den Ruhestand im Jahre 2013 nahm er sich vor, noch einmal eine solche Reise zu unternehmen. Nun ist er am Ende dieser Tour durch eine plötzliche Erkrankung gestorben. – Wir denken gern an ihn. Er wird uns fehlen.